Sieben neue Mädchen für das Chathura-Kinderheim im Jahr 2010

 

Vor ein paar Tagen sind unsere Freunde Christian und Karolin von ihrer Reise nach Sri Lanka zurück gekommen. Natürlich haben sie auch unser Kinderheim in Mabotuwana besucht, in dem Christian 2005 drei Monate unentgeltlich bei der Renovierung geholfen hatte.
Da der Brief mit den Foto-CDs aus Sri Lanka im Sommer auf dem Postweg verloren ging, habe ich jetzt auch endlich die neuen Fotos erhalten, auf die ich so lange warten musste.

 

Christian zu Besuch im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka , in dem er 2005 drei Monate bei den Renovierungsarbeiten geholfen hatte. Hausaufgaben fuer die Schule im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka

 

Vieles hat sich seit meinem letzten Besuch im Februar dort verändert. Das Jugendamt in Galle hat seinen gefassten Entschluss in die Tat umgesetzt und fast alle Jungs - bis auf zwei - in ein Kinderheim für Jungen verlegt. Die beiden Buben, die jetzt noch da sind, machen gerade ihren Schulabschluss. Nur deshalb konnten sie weiter bei uns bleiben. Wir hoffen, dass sie bestehen werden und sich anschließend für eine Berufsausbildung entscheiden. Bis März-April 2011 müssen wir warten, bis das Ergebnis von der Schule bekannt gegeben wird.

Gleich sieben neue Mädchen wurden uns in diesem Jahr zur Betreuung übergeben. Zwei davon Mitte Dezember 2010. Es sind die beiden Schwestern Dilki (13) und Malki (10).

Dilki (links) und Malki im Chathura- Kinderheim in Sri Lanka unsere Maedchen im Chathura-Kinderheim in Sri Lanka


Alle Kinder, die bei uns leben, kommen aus sozial schwachen Elternhäusern, wo Alkohol, Drogen, bittere Armut, Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung waren. Aber manches Kinderschicksal ist unbeschreiblich.

Gerade heute habe ich wieder mit unserer Vinitha telefoniert. Sie hat mir von dem Schicksal der drei Schwestern Kumari, Mali und Inoka im Chatura-Kinderheim in Sri Lanka Inoka, Mali und Kumari berichtet, die seit Juni 2010 bei uns leben. Die Mutter dieser Mädchen ist nicht verheiratet. Sie wurde von ihrem eigenen Vater missbraucht, sie bekam von ihm diese drei Kinder. Der Großvater der Mädchen ist also sogleich ihr Vater. Als dieser vor Kurzem starb, ließ er seine leicht geistig behinderte Tochter mit den drei Kindern mittellos und ohne Beruf zurück. Die Behörden wurden auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam und haben uns die Kinder zur Betreuung übergeben. Wie Vinitha sagt, sind wohl alle drei Mädchen geistig zurück geblieben. Man kann sich aber mit ihnen unterhalten und sie besuchen auch zusammen mit den anderen Kindern die Schule. Ob sie jedoch dem Unterricht folgen können, ist fraglich.  Mali schielt und hat zudem oft epileptische Anfälle. Sie wird diese Woche im Krankenhaus in Galle am Auge operiert. Die Operation selbst ist kostenlos, nur die Medikamente müssen wir bezahlen. Ich hoffe, dass die Operation gut verläuft und das Kind danach besser sehen kann und nicht mehr von den Mitschülern wegen der Fehlstellung ihrer Augen gehänselt wird. Auch gegen die epiletischen Anfälle nimmt sie jetzt regelmäßig Medikamente.

Ich muss immer wieder zugeben, dass ich auch nach mehr als dreißig Jahren, Vieles in Sri Lanka nicht verstehen kann. Obwohl es in Sri Lanka das Kastensystem offiziell nicht mehr gibt, werden oft mittellose, schwache und behinderte Menschen der untersten sozialen Bevölkerungsschicht von dem Mittelstand und der Oberschicht gemieden. Aus diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, dass die staatlichen Waisenhäuser so schlecht ausgestattet und bewirtschaftet werden.

Auch die beiden Schwester, Malki und Dilki, die seit Mitte Dezember 2010 bei uns leben, Malki und Dilki im Chatura-Kinderheim in Sri Lanka haben ein schlimmes Schicksal. Vor einiger Zeit ist ihr Vater verstorben. Danach suchte sich die Mutter einen jüngeren Freund. Diesem war aber die Mutter nicht genug, er hat sich auch an den beiden kleinen Mädchen vergangen. Nachbarn haben die Zustände in dieser Familie den Behörden gemeldet. Seit voriger Woche sind Mutter und Freund in Arrest und die beiden Schwestern bei uns in Sicherheit.
Liebe Freunde, viele Wochen und Monate werden unsere Betreuerinnen brauchen, um mit mütterlicher Liebe und Zuwendung diesen Kindern zu zeigen, dass sie bei uns nichts Schlimmes zu befürchten haben. Wie lange wird es aber dauern, bis diese armen, geschundenen Kinderseelen das überwunden haben, was man ihnen angetan hat und sie wieder Vertrauen zu Erwachsen haben können? Wir hoffen, dass das herzliche Miteinander in unserem Kinderheim dazu beiträgt, dass sie bald wieder fröhlich mitlachen können.
Neben all diesen privaten Problemen der Kinder müssen unsere Betreuerinnen aber auch noch den Alltag organisieren und bewältigen. Viel Staub und Dreck hat es in den vergangenen Monaten gegeben, denn unsere beiden Häuser mussten dringend renoviert werden.

Der tropische Regen und die unerbittliche Sonne,die Feuchtigkeit in der Monsunzeit mit der Schimmelbildung und die schmutzigen Kinderhände haben dazu beigetragen, dass der Anstrich unserer beiden Häuser innen und außen erneuert werden musste. Auch sämtliche Holzfenster, Türen, Holzdecken innen und außen wurden abgeschliffen und neu gestrichen.
Die Abgrenzungsmauer und der neue Brunnen bekamen auch einen Anstrich. Wenn wir unsere Gebäude über einen langen Zeitraum in Ordnung halten wollen, dürfen wir auch solche unvermeidlichen Kosten nicht scheuen.
Ca.8000 Euro mussten wir für Material und Arbeitslöhne insgesamt aufwenden.
Es war bestimmt nicht leicht, den vielen lebhaften Kindern immer wieder zu sagen:....halt, hier könnt ihr gerade nicht rein, hier wird frisch gestrichen. Sicherlich sind alle froh, dass endlich alles fertig sind. Christian hat uns auch schon neue Fotos von den Malerarbeiten mitgebracht. Ich denke, das Ergebnis
kann sich sehen lassen.

neuer Innenanstrich im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka neuer Innenanstrich im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka neuer Wandanstrich im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka auch die Tueren und Fenster im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka werden neu gestrichen auch die Tueren und Fenster im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka werden neu gestrichen die schoenen Fenster im neuen Glanz im Chathura-Kinderheim auch die Tueren und Fenster im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka werden neu gestrichen die kleine Wadani im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka schaut interessiert den Arbeitern zu die Fenster werden abgeschliffen im Chathura-Kinderheim in Sri Lanka Malerakrobatik auf der schmalen Mauer im Chathura-Kinderheim in Sri Lanka die Aussenmauer vom Chathura-Kinderheim in Sri Lanka wird neu gestrichen die Renovierungsarbeiten im Chathura-Kinderheim in Sri Lanka sind fertig unsere beiden Haeuser im neuen Glanz - das Chathura-Kinderheim in Sri Lanka Chathura-Kinderheim / Sri Lanka - wieder sauber und schoen das Chathura-Kinderheim / Sri Lanka aus der Ferneder Eingangsbereich vom Chathura-Kinderheim in Sri Lankader neue Brunnen vom Chathura-Kinderheim in Sri Lanka wurde gruen gestrichen Fliesenarbeiten und Innenanstrich im Brunnenbereich vom Chathura-Kinderheim in Sri Lanka Hauseingang vom Chathura-Kinderheim in Mabotuwana mit neuem Anstrich Toiletten nach der Renovierung - Chathura-Kinderheim in Sri Lanka

 

Auch unsere Heimfamilie freut sich, dass wieder alles schön sauber ist.
unsere Heimfamilie im Chathura-Kinderheim auf Sri Lanka Anfang Dezember 2010
Zwei Ausflüge haben unsere Kinder in diesem Jahr unternommen. Die eine Gruppe hat im Mai in den Udawalawe Wildpark viele Elefanten in freier Wildbahn gesehen und ein Naturschauspiel am Meer bestaunt.
In meinem Bericht Mai - Juni 2010 können Sie mehr darüber lesen.

Die zweite Gruppe war im August im Hochland unterwegs.

 

 
die grossen Kinder beim Ausflug des Chathura-Kinderheims im Augustdie grossen Kinder beim Ausflug des Chathura-Kinderheims im AugustNishanthi und Sangeetha beim Ausflug des Chathura-KinderheimsDie Kinder vom Chathura-Kinderheim / Sri Lanka im Tempel von AnuradapuraDie Kinder vom Chathura-Kinderheim / Sri Lanka im Tempel von Anuradapurain einem botanischen Garten im Hochland - Ausflug des Chathura-KinderheimsDie Kinder vom Chathura-Kinderheim / Sri Lanka an einem Wasserfall im HochlandVinitha schuetzt sich mit einem Handtuch vor der Kaeltein fast 2000 Meter Hoehe frieren alle schrecklich


... .und haben in dieser Höhe fürchterlich gefroren. Vinitha schützte sich sogar mit einem Handtuch vor der ungewohnten Kälte. Die Temperaturen liegen dort tagsüber zwischen 15° und 20° C.
Endlich haben sie die kulturell bedeutende Stadt Anuradapura und das schöne Hochland ihrer Heimat Sri Lanka gesehen. Diesen Ausflug werden alle bestimmt lange in schöner Erinnerung behalten.

Alle Kinder und Betreuer im Chathura-Kinderheim in Mabotuwana auf Sri Lanka bedanken sich von Herzen für die Hilfe und wünschen Ihnen Allen besinnliche Weihnachtstage und Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für das Neue Jahr.

Auch ich schließe mich diesen Wünschen an.

Ihre
Anneliese Woll
Kinderhilfsprojekt Galle - Sri Lanka e.V.